Keystone-Pipeline: Fast 800.000 Liter Öl ausgelaufen

Umweltschützer hatten zuvor gewarnt, ein Leck sei nur eine Frage der Zeit. Am Montag will der Staat Nebraska über die Erweiterung der umstrittenen Leitung entscheiden.

Bei einem Leck in der Keystone Pipeline sind im US-Bundesstaat
South Dakota etwa 795.000 Liter Öl ausgetreten. Das teilte die
Betreiberfirma TransCanada mit. Die Pipeline sei am Donnerstagmorgen
abgeschaltet worden, nachdem ein Druckabfall bemerkt worden
sei. Der betroffene Abschnitt sei innerhalb von 15 Minuten isoliert
worden. Ein Krisenteam sei vor Ort, um die Lage zu beurteilen, hieß es
in der Stellungnahme weiter. Die Ursache des Lecks war zunächst unklar.

Ein Mitarbeiter des Umweltministerium des Bundesstaates sagte
dem Sender NBC, es sehe so aus, als sei das Öl auf eine
landwirtschaftliche Fläche geflossen und habe keine Gewässer erreicht.
Der Abschnitt, in dem das Leck auftrat, liegt in einer dünn besiedelten
Gegend in dem Bezirk Marshall County.

Kommenden Montag wollen Gesetzgeber im Nachbarstaat Nebraska entscheiden, ob sie TransCanada die finale Genehmigung für eine Erweiterung der Ölleitung erteilen: die umstrittene Keystone XL, die Barack Obama blockiert und Donald Trump genehmigt hatte. 

Umweltschützer kritisierten, das Leck zeige die Risiken solcher Pipelines; sie forderten die Politiker in Nebraska auf, dies zu berücksichtigen. “Wir haben immer gesagt, dass die Frage nicht ist, ob Öl aus einer Pipeline austreten wird, sondern wann”, sagte Kelly Martin vom Sierra Club in einem Statement laut der New York Times. “Dies ist nicht das erste Mal, das giftiger Ölsand aus einer TransCanada-Leitung austritt, und es wird nicht das letzte Mal sein.”

Das US-Außenministerium hatte dem kanadischen Unternehmen auf Geheiß von Präsident
Donald Trump endgültig den Bau der Pipeline Keystone XL
genehmigt. Das Projekt war von seinem
Vorgänger Barack Obama gestoppt worden – unter anderem, weil es als umweltgefährdend gilt. Keystone XL ist eine Erweiterung der 2010 in
Betrieb genommenen Keystone Pipeline, die aus dem kanadischen Calgary in
die USA führt. Über die 1.900 Kilometer lange Erweiterung der Röhre
sollen täglich bis zu 830.000 Barrel (etwa 132 Millionen Liter) aus
Teersand gewonnenes Öl bis zur Küste am Golf von Mexiko gepumpt werden.

Bei der technisch
sehr aufwändigen Förderung von Öl aus den sandigen Teerböden entstehen
riesige Seen mit verschmutztem Wasser. Zudem hat der in dieser Art von
Öl enthaltene Stoff Bitumen nach Angaben von Umweltschützern eine
zersetzende Wirkung auf die Ölleitungen, was das Risiko von Lecks
erhöht.